Heiligblut
Buch E-Book
Gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen
280 Seiten
CHF 27.00, EUR 27.00
ISBN: 978-3-85990-563-4
E-Book
ISBN mobi: 978-3-85990-565-8
ISBN epub: 978-3-85990-564-1
4 Rezensionen
Die schwarze Katze riecht den Lachs: Apéro im Rathaus von Willisau zur Eröffnung des Krimifestivals. Die Stadtregierung gibt sich die Ehre, und die Gilde der Krimischreibenden versucht, am Büchertisch ihre Produkte an die geneigte Leserschaft zu bringen. Das Programm lässt sich hören: Lesungen, im Darkroom Hörspiele kriminellen Inhalts, ein Podiumsgespräch zum Thema "Das Böse".
Der Präsident des Krimivereins Heinrich Forrer ist der Hauptact des ersten Abends, er, der mit seinem Buch "Schwägalphornschreie" für Nervenkitzel sorgen möchte. Was hühnert Helga Specht, die Vizepräsidentin, treppauf, treppab im Rathaus umher? Forrer ist nicht aufzufinden.
Aus reinem Interesse besucht Anselm Anderhub, der Luzerner Kriminalpolizist mit Wohnsitz in Sursee, den Anlass. Seine Frau Trudi ist an der Arbeit im Alterszentrum, und er möchte einen anregenden freien Freitagabend ohne professionelle Anspannung geniessen.
Dass er unerwartet zu einem Einsatz kommt, ärgert ihn, aber er kann nicht aus seiner Haut. Zumal sein Bruder im Geist, der notorische Wanderer und Beobachter Melchior Kaufmann, auf dem Rückweg vom Napf in der Willisauer Altstadt einen Zwischenhalt macht und am Krimifestival Anselm trifft. Dies, nachdem er der schwarzen Katze einen halben Cervelat verfüttert und in der Heilig-Blut-Kapelle Kerzen angezündet hat.
"Wie diese Zeitung unlängst bemerkt hat, ist es mit der Sparte Regio-Krimi hierzulande inhaltlich nicht zum Besten bestellt: viel Klischee, wenig originäre Sprache. Eine Ausnahme stellt Peter Weingartner dar, der seit Jahren Originalware aus dem Luzerner Hinterland liefert. Da dienen Landschaft, Gemäuer und Menschen nicht bloss als Kulisse, da bohrt sich einer in Geschichte und Seele des Schweizerischen ein."
Peer Teuwsen, NZZ am Sonntag
"Ein Regiokrimi der besonderen Art, der so knorrig und versponnen ist wie sein Ermittler."
Babina Cathomen, kulturtipp
Langsam senkt sich das Vlies des Abends, der beginnenden Nacht über das friedlich daliegende Städtchen Willisau im Luzerner Hinterland, das unschuldige, brave, friedfertige, gutartige, selbstzufriedene mittelalterliche Kleinod, unter dem kein Magma zu brodeln scheint und sich keine Spalte in der Erdkruste zum Durchbruch an die Oberfläche entschliessen will, wo keine offensichtlichen Risse durch Gesellschaftsschichten gehen, … wo Mord und Totschlag nur noch in der Legende von der Heilig-Blut-Kapelle existieren, wo bloss eine Katze sich an einen Geruch erinnert, der sie nun erneut das Städtchen hinunter zum Rathaus nicht treibt, sondern, die Schnauzhaare deuten es zitternd an, zieht.